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Adventures in Pop Culture: Januar

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In den letzten Wochen war mir nicht besonders nach bloggen zumute. In meiner freien Zeit habe ich meist Artikel aus der New York Times und dem Guardian gelesen und mich gefragt, wie in aller Welt es soweit kommen konnte (I'm talking to you, Donald Trump!). Ein paar Filme, Bücher und Fernsehserien habe ich aber auch genossen, die ich hier vorstellen möchte: TV Night: Gilmore Girls - A Year in the Life Gilmore Girls ist meine liebste Lieblingsserie überhaupt. Daher war ich völlig aus dem Häuschen, als ich erfahren habe, dass Netflix vier 90-Minuten-Episoden mit den Girls herausbringt - geschrieben von den beiden Erfindern Amy Sherman-Palladino und Daniel Palladino. Wir erinnern uns: Nach der sechsten Staffel hatte WB die beiden Palladinos gefeuert, was in einer mediokren finalen siebten Staffel mündete. Ich hatte die große Hoffnung, dass A Year in the Life an frühere Glanzzeiten anknüpfen würde, aber leider ist dem nicht so. Es ist allein schon deshalb nicht möglich, weil ...

2016: The Year in Review

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2016 ist ein Jahr, auf das ich eigentlich gar nicht zurückschauen möchte, weil es für mich persönlich das schlimmste Jahr überhaupt war. So ziemlich das Einzige, an das ich mich gerne erinnere, sind diverse Alben, Bücher, Fernsehserien und Filme, die mir zumindest vorübergehend Freude bereitet haben. Auch wenn ich in diesem Jahr so wenig "konsumiert" habe wie noch nie, möchte ich doch meine Lieblinge vorstellen. Fangen wir an mit der obligatorischen Liste der liebsten Alben: 10. Richmond Fontaine - You Can't Go Back If There's Nothing To Go Back To 2016 war das Jahr, in dem wir Abschied von Richmond Fontaine nehmen mussten. Ihr letztes Album ist eine Höhepunkt in ihrer 22-jährigen Bandgeschichte: überwiegend ruhige, weite, sanfte Americana-Songs und dazu Willy Vlautins Geschichten von einfachen Menschen, Abschieden und täglichen Kämpfen. Richmond Fontaine haben ihren Hut genommen, aber an dieses Album wird man sich immer gerne erinnern. Lieblingslieder: Wake Up Ray...

Books I've Read: Michael Chabon - Moonglow

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Michaels Chabons neues Buch Moonglow ist sein persönlichstes - zumindest scheint es so. 1989, kurz nach der Veröffentlichung seines ersten Buchs, besucht Chabon seine Mutter in Oakland. Diese kümmert sich um ihren krebskranken, im Sterben liegenden Vater - ein schweigsamer Mann, der unter dem Einfluss von Schmerzmitteln dem jungen Mike aus seinem Leben erzählt. Den Namen des Opas erfahren wir nie, Chabon spricht immer nur von "my grandfather". Aufgewachsen in Philadelphia in einer deutsch-jüdischen Familie, entpuppt sich der junge Opa als ziemlich cleverer Typ, hart arbeitend, aber immer auf der Suche nach Ärger. Das kulminiert in dem Versuch, aus Wut über seine Entlassung seinen Chef zu strangulieren. Auch wenn der Großvater Mike bittet, seine Geschichte nicht in so einem nicht-chronologischen "Mishmash" zu erzählen, wie er es tut, springt Moonglow munter zwischen den verschiedenen Lebensabschnitten hin und her. Wir erfahren, wie der Großvater die Großmutter kenne...

Movie Matinee: Paterson

Sieben Tage im Leben eines Busfahrers? Die Handlung von Paterson klingt unspektakulär, und sie ist es auch. Dennoch handelt es sich hier bei um einen der außergewöhnlichsten Filme, den ich seit langer Zeit gesehen habe. Paterson (Adam Driver) wohnt in Paterson, New Jersey, gemeinsam mit seiner Frau Laura (Golshifteh Farahani) und Bulldogge Marvin. Der gleichnamige Film folgt ihm für eine Woche, von Montag bis Montag. Jeden Morgen steht Paterson zwischen 6 und 6.30 Uhr auf, frühstückt, geht zur Arbeit, fährt Passagiere durch die Stadt. In seiner Mittagspause aber, und das ist das Besondere, setzt er sich an die Großen Wasserfälle des Passaic River und schreibt Gedichte, inspiriert von den Beobachtungen, die er im Alltag macht. Abends, wenn er nach Hause kommt, hört er Lauras Ideen zu, die die ganze Wohnung in schwarz und weiß dekoriert und davon träumt, wahlweise einen erfolgreichen Cupcake-Laden zu eröffnen oder eine berühmte Country-Sängerin zu werden. Abends, wenn er mit Marvin Gas...

Books I've Read: Nancy Isenberg - White Trash

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Nancy Isenberg hätte sich wahrscheinlich nicht träumen lassen, wie aktuell ihr Buch bei Erscheinen sein würde. Mit der US-Wahl rückte auch wieder die weiße Unterschicht in den Fokus, die diesmal nicht vorzugsweise die Demokraten wählte, sondern in Scharen zu den Republikanern überlief und ausgerechnet Donald Trump als ihr Sprachrohr ansah. Der Titel White Trash wirkt zunächst recht provokativ, dabei nimmt Isenberg nur auf, wie die Unterschicht in den USA oft wahrgenommen wird - und das bereits seit Kolonialzeiten. Der Untertitel "The 400-Year Untold History of Class in America" ist Hinweis darauf, dass Klassenunterschiede kaum eine Rolle im amerikanischen Bewusstsein spielen (anders als die Unterschiede zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen). Klasse wird in den USA nur allzu gern als ein altes, britisches Relikt angesehen, das man mit der Besiedlung, spätestens aber mit der Unabhängigkeit, hinter sich gelassen hat. Isenberg macht deutlich, dass nichts von der Wahrhei...

Sometimes a Nightmare Is a Reality

Vor einer Woche habe ich noch gesagt , dass wir uns wohl alle einen unterirdischen Bunker suchen müssen, wenn Donald Trump zum Präsidenten gewählt wird. Das war freilich nicht ernst gemeint, da ich mir im Leben nicht vorstellen konnte, dass The Donald Präsident wird. Doch nun ist das Unvorstellbare tatsächlich eingetreten. Als heute morgen um zwei Uhr der Wecker klingelte, war die Welt noch einigermaßen in Ordnung. Ich verfolgte eine Stunde lang die Wahlergebnisse, aber da nichts Wesentliches passierte, legte ich mich wieder hin. Dass noch so viele Staaten too close to call waren, kam mir ein bisschen komisch vor, aber ich nahm es hin, dass das Rennen wohl doch ein bisschen knapper ausfallen würde als gedacht. Umso größer war mein Entsetzen, als um fünf Uhr erneut der Wecker klingelte und ich feststellen musste, dass Trump Florida UND North Carolina UND Ohio gewonnen hat. Das konnte einfach nicht sein. Ich wollte nicht wahrhaben, dass Mr. Tangerine Man sich tatsächlich auf direktem We...

Movie Night: Spuren

"Die einzig wahre Art, Australien zu erfahren, ist auf dem Rücken eines Kamels", sagte mal ein älterer Herr zu mir, als ich in Australien war. Diese Worte könnten auch der Leitspruch von Robyn Davidson sein, die, nur von Hund und Kamelen begleitet, von Alice Springs zum Indischen Ozean wanderte. Der Film Spuren (im Original Tracks) erzählt Davidsons Geschichte. Er beginnt mit Robyns Ankunft in Alice, wo sie vorübergehend einem Pub arbeitet. Mehr als ein paar Monate hält die junge Frau es dort aber nicht aus, denn sie hat einen Plan: Sie will - inspiriert von ihrem Vater, der durch die Kalahari wanderte - vom Red Centre zur westaustralischen Küste laufen, rund 3000 Kilometer durch die Wüste. Die Erkundung der Mitte Australiens hat zahlreiche Entdecker das Leben gekostet. Da das Klima auch für Pferde zu viel war, führten Siedler irgendwann Kamele nach Australien ein, um die Gegend erforschen zu können, die sich allerdings schnell zur Plage ausweiteten. Auch Robyn will die Kame...