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Movie Night: Up

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Für gewöhnlich schaue ich nur selten Animationsfilme, aber Pixars Up wollte ich mir schon eine ganze Weile ansehen, denn er erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einem alten Mann und einem kleinen Jungen. Der Film von Peter Docter beginnt passenderweise im Kino, wo der kleine Carl seinen Helden, den Abenteurer und Zeppelinpiloten Charles Muntz, in den Nachrichten sieht. Muntz ist in Ungnade gefallen, nachdem er ein riesiges Vogelskelett aus Südamerika mitgebracht hat, dass andere Forscher als Fälschung bezeichnen. Wenig später trifft Carl in einem Abbruchhaus auf die kleine Ellie, die wie er ein glühender Muntz-Fan ist. Das freche Mädchen und der schüchterne Junge werden Freunde und beschließen, gemeinsam auf Abenteuerjagd zu gehen. Up hatte mich schon ziemlich früh, denn nach dem Kennenlernen der beiden Kinder folgt eine etwa zehnminütige, wortlose Montagesequenz, die den Weg von Carl und Ellie nachzeichnet. Die beiden verlieben sich, heiraten, kauf...

Records of the Week: St. Vincent/English Oceans

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St. Vincent - St. Vincent   Eigentlich sollte mir dieses Album nicht gefallen: Erstens hege ich eine Abneigung gegen selbstbetitelte Scheiben und zweitens bin ich nun nicht gerade der weltgrößte Synthie-Fan, um es mal vorsichtig ausdrücken. Doch ich war ein großer Fan von Love This Giant , St. Vincents Kollaboration mit David Byrne, und da sich die Kritiker mit Lob über St. Vincent fast überschlagen habe, habe ich es mir trotz aller Bedenken angehört. Auf ihrem vierten Album hat Annie Clark ihr Alter Ego auf das nächste Level gehoben. Die neue St. Vincent sieht aus wie eine Kreuzung aus Königin und verrücktem Wissenschaftler: Majestätisch sitzt sie auf ihrem Thron, wilde graue Locken wuchern auf ihrem Kopf wie eine Krone. Ähnlich hochfliegend wie ihre Frisur waren auch Clarks Plane für das neue Album: Es solle eine Party-Platte werden, die man auch auf Beerdigungen spielen kann. Kann das alles gut gehen? Es kann. Zwar fühlt man sich im ersten Moment völlig erschlage...

TV Night: The Wire

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Tut mir leid, dass ich in den letzten Wochen so inaktiv war, aber aus mir selbst nicht ganz erfindlichen Gründen hatte ich nicht viel Zeit, um über die schönen Dinge des Lebens zu schreiben. Dass ich kaum zum Lesen oder Filme schauen gekommen bin, lag in erster Linie daran, dass ich total von einer Fernsehserie namens The Wire besessen war und meine (wenigen) freien Abende damit verbracht habe, mich durch alle fünf Staffeln zu schauen. Von The Wire habe ich erst durch Breaking Bad erfahren, denn anscheinend gibt es immer wieder Leute, die sich darüber streiten, welche von beiden nun die beste Serie aller Zeiten ist. Als die Sendung noch im Fernsehen lief (2002-2008) ist sie völlig an mir vorbeigegangen, aber allein die Tatsache, dass Dominic West dort die Hauptrolle spielt hat genügt, um mein Interesse zu wecken. The Wire ist definitiv anders als alle anderen Sendungen, die ich bisher gesehen habe. Auch wenn es hier in erster Linie um Kriminalität geht, ist The Wire weniger ein...

Movie Night: Bringing Up Baby

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Als Katharine Hepburn und Cary Grant die Hauptrollen in The Philadelphia Story übernahmen, hatten sie bereits drei gemeinsame Filme abgedreht, darunter auch Bringing Up Baby (deutsch: Leoparden küsst man nicht ). Zwischen den beiden Filmen gibt es einige Parallelen: So wurde auch dieses Drehbuch speziell auf Katharine Hepburn zugeschnitten, die hier ebenfalls eine wohlhabende, neuenglische Erbin spielt - auch wenn Susan Vance noch ein Stück lebhafter und wilder und vor allem emotionaler ist als Tracy Lord. Grants Rolle ist hingegen eher untypisch: Er spielt den zerstreuten Paläontologen David Huxley, der vier Jahre damit verbracht hat, das Skelett eines Brontosauriers zusammenzusetzen und nun darauf wartet, endlich den letzten Knochen einzufügen. David trifft Susan am Tag vor seiner geplanten Hochzeit. Bevor er und die todernste Alice jedoch den Bund fürs Leben knüpfen, trägt sie ihm auf, sich bei dem Anwalt Alexander Peabody (George Irving) einzuschmeicheln, damit dessen Mand...

Today I Like... "I'm History/Charm School"

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Manchmal ist es gar nicht so schlecht, noch die guten, alten Musikmagazine zu lesen, denn trotz aller Facebook-Likerei und Twitter-Followerei ist mir doch tatsächlich entgangen, dass Van Dyke Parks im letzten November wieder eine 7-Inch herausgebracht hat. Songs Cycled war ja auch eine Sammlung zuvor veröffentlichter Singles und es freut mich sehr, dass Parks die Tradition vorführt. Bei "I'm History" und der B-Seite "Charm School" handelt es um zwei sehr verschiedene, aber auch sehr typische Van-Dyke-Parks-Stücke, die auch gut auf Songs Cycled gepasst hätten. In "I'm History" beschäftigt Parks sich mit dem Attentat auf John F. Kennedy im November 1963 und seinen Folgen - ein Thema, dass den 71-Jährigen sehr beschäftigt, auch weil sein Bruder in Vietnam gefallen ist. Parks ist sich sicher, dass wenn Kennedy wie auch sein Brudert Robert und Martin Luther King (deren Ermordung auch eine Rolle in "Dreaming of Paris" spielt) länger ge...

Movie Night: Capote

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Wie jeder, der sich halbwegs für Filme interessiert, war ich ziemlich geschockt über den Tod von Philip Seymour Hoffman. Und auch ein bisschen überrascht darüber, wie schockiert ich war, bis ich all die großartigen Rollen Revue pasieren ließ, in denen ich Hoffman gesehen habe, angefangen bei seiner Darstellung als Lester Bangs in Almost Famous , in der er seinerzeit einen Rieseneindruck auf mich gemacht hat. Am meisten hat er mich aber wohl in seiner oscarprämierten Rolle als Truman Capote begeistert, sodass ich mir den Film noch einmal angesehen habe. Capote konzentriert sich auf die Jahre 1959 bis 1965, in denen der Schriftsteller sein Meisterstück In Cold Blood verfasste. In einem New-York-Times-Artikel erfährt Capote über den Mord an einer Farmersfamilie in Kansas und beschließt, darüber zu schreiben. Zusammen mit seiner Kindheitsfreundin, der Schriftstellerin Harper Lee (Catherine Keener), macht sich Capote auf den Weg in den Mittleren Westen, um zu dem Vorfall zu recherch...

Books I've Read: Vladimir Nabokov - Das Bastardzeichen

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  Bei Vladimir Nabokov denkt jeder natürlich zuerst an Lolita . Weniger bekannt ist hingegen die Dystopie Das Bastardzeichen (original Bend Sinister ), das zweite Buch, das Nabokov in englischer Sprache verfasste und das erste, das er in den USA schrieb. Das Bastardzeichen entstand direkt nach dem Zweiten Weltkrieg und spielt in einem fiktiven totalitären Staat in Osteuropa, in dem ein jämmerlicher kleiner Diktator namens Paduk die Macht an sich gerissen hat. Hauptfigur des Romans ist Adam Krug, der gerade seine Frau bei einer Operation verloren hat. Krug ist ein weltbekannter Philosoph, dessen Ruf Paduk nur zu gern für sich selbst nutzen möchte - bisher jedoch vergeblich, denn Krug hat so gar nichts für den Diktator und seine gleichmacherische Ideologie des "Ekwilismus" übrig. Wie der Zufall es so will, war Paduk einst ein Mitschüler von Krug, den der Philosoph damals mit Lust und Laune drangsaliert hat und den er nur "Kröte" nennt. Vielleicht gerade weil ...