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Movie Night: Bridge of Spies

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Endlose Autoprobleme drücken seit Wochen auf meine Stimmung, da war es sehr schön, dass Ruffles und ich am Samstag noch Zeit hatten, für die Spätvorstellung ins Kino zu gehen. Derzeit laufen ja einige interessante Filme (an), aber der Film, den wir beide am meisten sehen wollten war Bridge of Spies von Steven Spielberg. Seit The Americans (die dreisterweise bis März Pause machen) interessiere ich mich noch einmal mehr für den Kalten Krieg, der auch hier den Rahmen der Handlung bildet. Die Geschichte beginnt 1957, als der sowjetische Spion Rudolf Abel (Mark Rylance) in Brooklyn von den Behörden festgenommen wird. Auch wenn alle Abel am liebsten sofort hängen würden, muss ihm doch vor Gericht eine ordentliche Verteidigung zugestanden werden. Die Wahl fällt auf James B. Donovan (Tom Hanks), der eigentlich Versicherungsanwalt ist, aber den Job aus seinem Glauben an die Verfassung annimmt. Allerdings ist er mit seiner gesetzestreuen Einstellung praktisch allein auf weiter Flur: Der Ric...

Movie Night: You Were Never Lovelier

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Fred und Rita, die Zweite - und leider auch schon die letzte. You Were Never Lovelier von 1942 ist ein Remake des argentinischen Musicals Los Martes, Orquídeas aus dem vorherigen Jahr, das allerdings viele Elemente beinhaltet, die man schon aus anderen Musicals kennt. Fred spielt Robert Davis, der in Buenos Aires seiner Vorliebe für Pferderennen frönt (eine Leidenschaft, der Astaire auch im wahren Leben nachging). Dummerweise verwettet er sein ganzes Geld und versucht daher, als Tänzer im Nachtclub von Eduardo Acuna (Adolphe Menjou) anzuheuern. Der ist ein Choleriker in Reinkultur, außer gegenüber seinen vier Töchtern. Gemäß einer alten Tradition müssen die Töchter in der Reihenfolge ihres Alters heiraten, zum Leidwesen der beiden jüngsten Sprösslinge. Denn während die Älteste Julia sich just vermählt hat, scheint die zweite Tochter Maria (Hayworth) überhaupt kein Interesse an Männern zu haben. Auch Robert Davis erteilt sie eine Abfuhr, der sie daraufhin mit dem Inneren eines Kühls...

We gingen op vakantie

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Ich mag kaum daran denken, dass mein letzter Blogpost tasächlich fast einen ganzen Monat her ist. Mitte November bis Weihnachten ist Hochsaison bei der Zeitung, was bedeutet, dass ich für kaum etwas anderes Zeit habe. Ich wollte aber wenigstens kurz auf den Trip nach Holland eingehen. Super viel unternommen haben wir nicht, weil drei kleine Kinder dabei waren und mit Kindern alles anders ist, was man als kinderlose Person sonst nicht so vor Augen hat. Das Sightseeing beschränkte sich daher auf einen größeren Spaziergang in der Umgebung von Beesel (wo unsere Unterkunft war) und einen Ausflug von Ruffles und mir nach Venlo. Venlo ist eine ganz nette, aber nicht außergewöhnliche holländische Kleinstadt. Neben einem hübschen Café, in dem wir waren, war das Interessanteste der deutsche Supermarkt. Kaffee ist dort bedeutend günstiger als in Deutschland (Medikamente auch), sodass alle Deutschen sich ihre Einkaufswagen kiloweise mit dem schwarzen Gold vollgeladen haben. Ein spannendes Ph...

We gaan op vakantie

Ein Herbstausflug in die Niederlande ist ja mittlerweile schon Tradition. Dieses Jahr allerdings fahre ich zu meinem großen Bedauern nicht zum Crossing Border, da das Line-Up leider verhältnismäßig bescheiden ausfällt. Das war schon sehr enttäuschend, da ich mich seit dem letzten November darauf gefreut hatte. Dafür fahren Ruffles und ich jetzt für eine Woche in die Provinz Limburg, wo wir uns mit seiner Familie treffen. Groß geplant ist bisher noch nichts, ich lasse mich mal überraschen. Bis in einer Woche (oder so)!

Records of the Month: Patty Griffin & Dave Rawlings Machine

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Patty Griffin - Servant of Love Bei Servant of Love hatte ich zunächst dasselbe Problem wie bei dem neuen Album von Iris DeMent: Weil der Vorgänger American Kid mir auf einer persönlichen Ebene so viel bedeutet hat, habe ich mich mit ihren neuen Scheibe zunächst schwer getan. "Das klingt ja ganz anders", dachte ich im ersten Moment enttäuscht, bis ich nach einige Durchgängen gemerkt habe, dass dieses anders alle andere als schlecht ist. Während das von ihrer Familie inspirierte American Kid (noch eine Parallele zu DeMents Sing the Delta ) von einem warmen Country und Folk-Sound geprägt ist, geht Servant of Love eher in Richtung Blues und Jazz. Es ist zudem noch spartanischer und ungleich rauer. Mein Lieblingslied ist das an Tom Waits erinnernde "Noble Ground" mit seinen wiederholenden Gitarrenakkorden, dem jazzigen Klavier und der dezenten Trompete, bei dem Griffins Stimme richtig glänzen darf. Es gibt Blues-Rock wie bei "Hurt a Little While" und...

Books I've Read: David McCullough - The Wright Brothers

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  Aus unerfindlichen Gründen habe ich eine Schwäche für abenteuerliche Personen des frühen 20. Jahrhunderts, unter ihnen auch die Gebrüder Wright. Als ich daher neulich in der LRB eine Kritik über David McCulloughs Biographie The Wright Brothers gelesen habe (die der Autor einer Biographie über Elon Musk gegenüberstellte), stand es für mich außer Frage, dass ich sie umgehend lesen muss. Bisher habe ich die Wrights, wenn man so will, immer nur aus der Ferne respektiert. Dass zwei Brüder allein so eine bedeutende Erfindung wie das Flugzeug gemacht haben, fand ich immer bemerkenswert. Höchste Zeit also, mehr darüber zu erfahren. Wilbur und Orville Wright wurden 1867 bzw. 1871 geboren. Ihr Vater Milton war ein Prediger in der United Brethren Church und zog viel umher; seine Familie ließ sich schließlich in Dayton, Ohio nieder. Wilbur und Orville waren übrigens nicht die einzigen Brüder: Milton Wright und seine Frau Susan hatten noch zwei ältere Söhne, Reuchlin und Lorin, s...

Books I've Read: Sebastian Haffner- Geschichte eines Deutschen

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Vielleicht erinnert ihr euch noch, dass ich vor etwa zwei Jahren Von Bismarck zu Hitler , Sebastian Haffners Abriss über die Geschichte des Deutschen Reiches von 1871 bis 1945, gelesen habe und sehr angetan war. Einzig, dass er verhältnismäßig wenig über die Zeit der Weimarer Republik geschrieben hat fand ich sehr schade, sodass ich mir seine Autobiographie Geschichte eines Deutschen: Die Erinnerungen 1914-1933 umgehend hinterher bestellt, sie aber erst jetzt gelesen habe (wie das oft so ist). Geschichte eines Deutschen entstand 1939 im englischen Exil,  erschien aber erst posthum nach Haffners Tod im Jahr 1999. Warum, weiß ich nicht. Allerdings hat man im Verlauf der Lektüre immer wieder den Eindruck, dass es Haffner geradezu unangenehm ist, über sich selbst zu schreiben. Oftmals entschuldigt er sich sogar dafür, wenn er sich kurzzeitig in den Mittelpunkt stellt - und das in seinen eigenen Memoiren! Er versucht eher, anhand seiner Geschichte exemplarisch darzustellen, wie...