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Heavy Rotation: "Jump!" und "A Man Alive"

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Sorry for lack of activity, aber ich stecke mitten im Umzug und habe daher nicht viel Zeit zum Schreiben. Zum Musikhören bin ich dennoch hin und wieder gekommen, auch wenn mich einige Neuerscheinung leider ziemlich enttäuscht haben, darunter (ich mag es kaum sagen) Dr. Dog, Basia Bulat, Lucius und, am bittersten von allen, Mavis Staples. Natürlich ist Mavis Staples außer Stande ein schlechtes Album zu machen, aber M. Ward schafft als Produzent einfach nicht dieselbe Magie wie Jeff Tweedy. Glücklicherweise habe ich Trost bei einigen anderen Alben gefunden, von denen ich es nicht unbedingt erwartet habe. Van Dyke Parks - Jump! Jeder weiß, dass ich Van Dyke Parks abgöttisch liebe. Da er allerdings so furchtbar wenig Alben aufgenommen hat und neues Material auch nicht in Sicht ist, arbeite ich mich bewusst langsam durch seine Diskographie. Inzwischen bin ich bei Jump! angekommen, dass 1984 erschien und die Geschichten des Br'er Rabbit musikalisch aufgreift. Nachdem Pa...

Books I've Read: Peter Carey - Oscar and Lucinda

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  Ich habe das Buch schon einmal gelesen. Mehrmals sogar. Genau genommen ist es eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Neulich überkam mich der Wunsch, oder besser gesagt ein quälendes Verlangen, Oscar and Lucinda noch einmal zu lesen. Ein ähnlich quälendes Verlangen wie an dem Frühlingstag im November 2010, als ich in dem kleinen Antiquariat in Melbournes Flinders Street dieses Buch sah und es sofort kaufte, obwohl ich nicht wusste, worum es ging und obwohl ich nach einem schrecklichen Literaturseminar an der Uni mit Peter Carey schon fast für immer abgeschlossen hatte. So lernte ich Oscar und Lucinda kennen und danach war nichts, wie es vorher war. Dass Oscar and Lucinda mir so im Gedächtnis geblieben ist, liegt auch daran, dass die beiden Hauptfiguren zu den schrägsten gehören, die mir in der Literatur je begegnet sind. Oscar Hopkins ist ein schüchterner, schmaler junger Mann mit blasser Haut und feuerrotem Haar, der Mitte des 19. Jahrhunderts mit seinem Vater an der ...

Movie Night: Spotlight

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Heute bin ich ausnahmsweise aktuell, denn wie ihr sicher mitbekommen habt, ist Spotlight bei der diesjährigen Oscar-Verleihung gestern als bester Film ausgezeichnet worden. Darin erzählt Regisseur und Co-Autor Tom McCarthy, wie der Boston Globe 2001 und 2002 den großflächigen, sexuellen Missbrauch von Kindern in der katholischen Kirche in Boston aufdeckte. Dass der Globe das Thema überhaupt genauer beleuchtete, ging auf den damaligen Chefredakteur Marty Baron (Liev Schreiber) zurück, der gerade aus Miami nach Boston gewechselt war. Baron setzt "Spotlight", die Investigativ-Einheit der Zeitung, auf das Thema an, zu der der Chef Walter "Robby" Robertson (Michael Keaton), Mike Rezendes (Mark Ruffalo), Sacha Pfeiffer (Rachel McAdams) und Matt Carroll (Brian D'Arcy James) gehören. Ebenfalls miteinbezogen ist Redakteur Ben Bradlee, Jr. (John Slattery), Sohn des legendären Washington-Post-Chefredakteurs. Zunächst gehen die Journalisten davon aus, dass nur ein P...

Movie Night: Hail, Caesar!

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Nach dem Abstecher in das Frühwerk der Coen-Brüder war es jetzt Zeit für ihren neuen Film Hail, Caesar! , eine Satire auf das Hollywood-Kino der 50er-Jahre (und daher quasi wie für mich gemacht). Im Zentrum der Geschichte steht der auf einer realen Person basierende Eddie Mannix (Josh Brolin), der "Problemlöser" von Capitol Pictures. Wann immer einer der Stars des Studios etwas anstellt - Pin-Up Fotos, Saufgelage, ungewollte Schwangerschaft - ist Mannix da, um das Problem zu lösen, oder besser gesagt zu vertuschen, damit die Klatschpresse nichts davon erzählt. Bei der Produktion eines Monumentalfilms, der ebenfalls "Hail, Caesar!" heißt, kommt es jedoch zu einem Zwischenfall, der Mannix vor eine besondere Herausfoderung stellt: Der Star Baird Whitlock (George Clooney) wird von einer ominösen Gruppe namens "The Future" entführt. Die Entführung ist jedoch nur ein Teil dieses Kaleidoskops über die letzten Glanzjahre des Studiosystems. So muss Mannix s...

Books I've Read: Nadine Gordimer - The Lying Days

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  Für Südafrika interessiere ich mich schon lange (ich hoffe ja, dass ich eines Tages dorthin fahren werde), was wahrscheinlich ein Grund dafür ist, warum ich Nadine Gordimers The Lying Days zu Weihnachten bekommen habe. Die Geschichte des Romans ist schnell erzählt: Es geht um Helen Shaw, die mit ihren Eltern auf einer Goldmine im fiktionalen Atherton lebt. Je älter Helen wird, desto mehr ödet sie das Kolonialisten-Leben ihrer britischstämmigen Eltern an. Gleichzeitig erwacht bei einem Ausflug ans Meer ihre Sexualität. In den nächsten Jahren entfernt Helen sich immer weiter von ihren Eltern und ihrer Heimatstadt: Sie studiert in Johannesburg, schließt Freundschaft mit einem jüdischen Mann und einer Afrikanerin (beides undenkbar im Südafrika der Fünfzigerjahre), lebt in wilder Ehe mit einem Mann zusammen und erlebt den Beginn der Apartheid. The Lying Days , dessen Titel sich auf ein Gedicht von W.B. Yeats bezieht, ist kein Roman, in dem besonders viel passiert. Dennoch ist...

Una bella vacanza: Amalfi Adventures I

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Atrani Nach zweieinhalb Tagen in Rom sind wir zu unserem zweiten Hauptaufenthaltsort weiter gereist: Die Amalfiküste. Genauer gesagt, Atrani. Das wird ausgerechnet dort gelandet sind, war reiner Zufall, stellte sich aber als Glücksfall heraus. Wir haben mehrere AirBnb-Hosts entlang der Küste angeschrieben und nach einigen Absagen schließlich eine Zusage von einem älteren Herrn in Atrani bekommen. Atrani liegt direkt östlich neben Amalfi, dem Zentrum der nach ihr benannten Küste. Man könnte es leicht übersehen, zumal es je nach Quelle die kleinste oder zweitkleinste Gemeinde in Italien ist und nur über etwa 900 Einwohner verfügt. Der große Vorteil ist, dass Atrani von den Touristenmassen, die insbesondere Amalfi und Positano heimsuchen, verschont ist (ich weiß, es ist toll, so etwas als Tourist zu sagen). Da man allerdings nur zehn Minuten nach Amalfi läuft, kann man leicht von dessen Geschäften und Verkehrsnetz profitieren (dazu gleich mehr). In den neun Tagen, die wir an der Am...

Movie Night: Miller's Crossing

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Die zweite Staffel von Fargo ist zu Ende, aber Hail, Caesar! ist noch nicht angelaufen - einer guter Zeitpunkt meines Erachtens, um tiefer in das Werk der Coen-Brüder einzusteigen. Einen ihrer frühen Filme, den ich bisher noch nicht gesehen habe, ist Miller's Crossing. Er hat einen starken Einfluss auf die Fargo -Folge "Did You Do This? No, You Did It!", was meine Neugier geweckt hat - das und die Tatsache, dass er während der Prohibition spielt. Hauptfigur ist Tom Reagan (Gabriel Byrne), der für den irischen Mobster Leo O'Bannon (Albert Finney) arbeitet. Leo wird von seinem italienischen Rivalen Johnny Caspar (Jon Pulito) aufgesucht, der ihn bittet, Buchmacher Bernie Bernbaum (John Turturro) umzulegen, weil dieser seiner Ansicht nach zu sehr von Caspars manipulierten Pferderennen und Boxkämpfen profitiert. Leo weigert sich, denn er hat eine Beziehung mit Bernies Schwester Verna (Marcia Gay Harden). Auch Tom schläft mit Verna. Als Leo sich entgegen Toms Rat weite...