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Project Ireland: The Church and the Lighthouse

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Am nächsten Morgen musste ich mich schon recht früh auf den Weg machen, da mein Zug Richtung Norden um 9.10 Uhr ging. Zu dieser Stunde war das Hostel praktisch wie ausgestorben, nur Mark der Rezeptionist war schon wach (ob der Arme überhaupt jemals schläft?). In der Küche traf ich zudem auf einen jungen Mann namens Chopper oder Chowpa, ein Londoner, der gebürtig aus Hongkong stammt. Er war nach Belfast gekommen um dem Diamond Jubilee zu entfliehen, hatte aber zu seinem Ärgernis nicht bemerkt, dass die Briten genau wegen dieses Jubilees einen Extra-Feiertag am Dienstag, dem 5. Juni geschenkt bekommen hatten. So musste er schon am Montagabend zurück nach England fliegen. Der Weg vom Hostel zur Great Victoria Station dauerte nicht so lange wie erwartet, sodass ich noch ein bisschen warten musste und ein bisschen von der Fernsehberichterstattung zum, ja genau, Diamond Jubilee sah. In Nordirland ist es, zumindest in den größeren Städten so, dass man erst zehn bis fünfzehn Minuten vor...

Project Ireland: And the Sun Shone So Bright and It Lit Up All Our Days

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Der nächste Tag begann doch tatsächlich warm und sonnig. Da war es fast ein bisschen schade, dass ich mir für den Vormittag vorgenommen hatte, ins Ulster Museum zu gehen, aber ich wollte es unbedingt sehen und da es mein vorerst letzter Tag in Belfast war, bin ich trotz des schönen Wetters hingegangen. Das Ulster Museum liegt in den Botanic Gardens. Es gliedert sich in drei Bereiche: History Zone, Nature Zone und Art Zone. Im Erdgeschoss befindet sich die History Zone; sie hatte verschiedene Artefakte zusammengetragen, unter anderem eine Kanone, ein Dinosaurierskelett und eine bunte Maske aus Sri Lanka, oder so. Im ersten Teil ging es um die „Troubles“, wobei die Ausstellung überraschend klein war. Als Beginn der Troubles zählt in der Regel der Civil Rights March in Derry am 5. Oktober 1968, in dem die katholische Bevölkerung gegen ihre Diskriminierung protestierte. Die Ausstellung informierte über verschiedene Punkte des Konflikts, etwa IRA vs. UDA/UVF, Bloody Sunday, Omagh, der Hu...

Project Ireland: The Civil Rancour That Tore the City Apart

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Am zweiten Tag habe ich mich auf den Weg nach West Belfast gemacht, da ich mir die berühmten Murals dort ansehen wollte. Ich war zwar vor drei Jahren schon einmal dort gewesen, aber ich finde das alles ungeheuer faszinierend, von daher wollte ich noch ein zweites Mal dorthin. West Belfast ist so etwas wie das Zentrum des ganzen Nordirlandkonflikts: Es gliedert sich in das nationalistisch-katholische Falls und das loyalistisch-protestantische Shankill. Da die beiden Parteien auf so engem Raum aufeinander hocken, hat es dort natürlich besonders häufig geknallt: Great hatred, little room maimed us at the start , um es mit Yeats zu sagen. Hinzukommt, dass West Belfast der ärmste Stadtteil von Belfast ist und die Feindseligkeiten in den unteren Bevölkerungsschichten besonders ausgeprägt waren. Zwischen den beiden Viertel steht seit über 40 Jahren eine sogenannte “Peace Wall“, Friedensmauer, die sie trennt. Ein ziemlich ironischer Name. Der ganze Konflikt hat mich schon immer inte...

Project Ireland: Belfast revisited

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Sorry für die paar Tage Funkstille, aber ich war in Ballintoy und hatte kein Internet. Jetzt geht’s aber weiter: Nach meiner ersten Nacht in Belfast erwachte ich ziemlich gerädert. Das Schlafen in 8-Bett-Zimmern habe ich definitiv nicht vermisst und mir graut es jetzt schon, wenn ich daran denke, dass das noch ein paar Wochen so weiter geht. Es war laut und – womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte – es war heiß. Da auf der Straße auch nachts reichlich viel Verkehr ist, hatte jemand das Fenster geschlossen, was jedoch nicht den Lärm, aber die frische Luft draußen ließ. Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie der Raum am nächsten Morgen gerochen hat. Außerdem hatte ich mächtig Durst, aber ich hatte nur noch einen Rest aus meiner 0,5-Liter-Flasche Wasser, die ich in Amsterdam am Flughafen gekauft hatte. Das ist der Nachteil, wenn man abends fliegt, dass man nach der Ankunft nicht mehr einkaufen kann. Nun gut, es gibt noch einen 24-Stunden-Laden in der Botanic Avenue, aber als ich ...

Project Ireland: We are young and we are free/all the world rests at our feet

So, gestern habe ich mich also auf den Weg auf die grüne Insel gemacht. Am letzten Morgen war es denn mit der Entspanntheit auch vorbei, da mir während des Packens immer wieder Dinge eingefallen sind, die ich noch mitnehmen muss. Dabei war es an sich ganz gut, dass mein Zug erst nachmittags ging und ich nicht wieder mitten in der Nacht aufstehen musste wie letztes Jahr, als ich nach Litauen gefahren bin. Ich bin wirklich froh, dass ich von den Reisekosten her ein echtes Schnäppchen gemacht habe. Ich bin von Amsterdam nach Belfast geflogen, da ich so erstens nicht umsteigen musste wie bei einem Flug aus Düsseldorf, und zweitens nur 90 statt um die 200 Euro hin- und zurück bezahlt haben, inklusive Gepäck. Außerdem dauert es von Osnabrück nach Schiphol nur gut drei Stunden mit dem Zug, und da ich die Fahrt ziemlich früh gebucht und eine BahnCard 25 habe, musste ich nur 14 Euro dafür bezahlen. Das macht knapp 60 Euro um von Osnabrück nach Belfast zu kommen, da lacht das Backpackherz! ...

Project Ireland: I got my walkin' cane ready/I got my watch and chain

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Der Countdown läuft: Noch zwei Tage bis zur Abreise. So langsam habe ich darüber nachgedacht, was ich eigentlich alles mitnehmen will. Nachdem ich die Packliste erstellt habe, musste ich mich Enttäuschung feststellen, dass es gar nicht mal so viel weniger Sachen sind als für Australien. Leider wird es in Irland ja nur selten wirklich warm, da muss schon der ein oder andere Pullover mit dabei sein. Ich hoffe aber, dass ich insgesamt weniger Platz brauche als für die Reise nach Australien. Schade ist, dass ich meine Mandoline zu Hause lassen muss, aber drei Taschen sind mir echt zu viel, außerdem werde ich ja eh keine Ruhe zum Spielen haben. Bücher nehme ich dieses Mal nur drei mit, da es in Belfast ein ausgezeichnetes Antiquariat in der Nähe der Queen's University gibt, in dem ich gerne wieder stöbern möchte. Mit im Gepäck sind außer dem Lonely Planet: This Wheel's on Fire: Levon Helm and the Story of the Band Levon Helms Autobiographie wollte ich schon lange lesen, aber e...

Movie Night: Coal Miner's Daughter

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Coal Miner's Daughter ist die Verfilmung von Loretta Lynns gleichnamiger Autobiographie. Sie erzählt den Aufstieg der armen Bergmannstochter zur erfolgreichsten Countrysängerin ihrer Generation. Ich habe ihn mir in erster Linie angesehen, weil Levon Helm dort mitspielt, der heute 72 Jahre alt geworden wäre. Auch wenn er als Lorettas Vater nur am Anfang des Films zu sehen ist, kann man gut nachvollziehen, warum er so einen prägenden Einfluss auf seine Tochter hatte. Angeblich soll die echte Loretta in Ohnmacht gefallen sein, als sie Levon das erste Mal in seiner Rolle gesehen hat, weil er ihrem Vater so ähnelte. Einen noch größeren Einfluss auf sie hatte wohl nur ihr Ehemann Oliver "Doolittle" Lynn. Die beiden führten eine Ehe vom Typ "Sie küssten und sich schlugen sich": Doo war ein gewalttätiger Alkoholiker, aber Loretta wusste auch auszuteilen. In erster Linie ist es Doos Hartnäckigkeit zu verdanken, dass aus der Hausfrau und sechsfachen Mutter eine große...