Litauen V: Die Künstlerrepublik
Also bin ich nach Užupis gegangen. Užupis ist schon ein interessantes Fleckchen insofern, als dass es nicht „bloß“ ein Künstlerviertel ist wie in anderen Städten, sondern dass die Bewohner dort ihre eigenen Republik ausgerufen haben. Sie haben sogar einen eigenen Präsidenten (einen ehemaligen Journalisten), eine Flagge und eine Hymne. Am ersten April zelebrieren sie ihren Nationalfeiertag in bunten Kostümen und jeder Besucher bekommt einen Stempel in seinen Reisepass. Schade, dass ich nicht an diesem Tag dort war! Um dorthin zu gelangen, bin ich zunächst außerhalb der alten Stadtmauern entlanggegangen. Das hat mich ganz bemerkenswert an die Ukraine erinnert. Es gab natürlich noch mehr Kirchen, bunte Häuser und einen ganz akzeptablen Park. Užupis ist ziemlich klein; es liegt praktisch in einem Bogen der Vilnia (auch Vilnele genannt), sodass man das Flüsslein überqueren muss, wenn man von Westen kommt. Es gab eine kleine Brücke, an der sich lauter Schlösser befanden, die von Frisc...