Litauen IV: The Morning I Got to Hell
Für den nächsten Tag hatte ich mir was ganz spezielles ausgedacht. Ich wollte tatsächlich nach Ponar fahren, oder besser Paneriai, wie es in Litauen heißt. Paneriai ist ein Vorort von Vilnius, den man bequem mit dem Zug erreichen kann. Ticketautomaten gab es keine, sodass ich den Fahrschein am Schalter kaufen musste, aber ich konnte mich verständlich machen. Die Fahrt selbst dauerte nur elf Minuten, wobei ich ganz froh war, dass ich das vorher nachgesehen hatte, da der Stopp nicht angekündigt wurde. Dort angekommen musste man erstmal über die Gleise klettern, das hat mich an Tschechien erinnert. Obwohl Paneriai nur zehn Kilometer von Vilnius’ Innenstadt entfernt liegt, ist es fast eine andere Welt. Hier gibt es keine hübschen sanierten Barockgebäude, sondern nur Holzhütten mit kaputten Fenstern, die aussehen, als würden sie jeden Moment zusammenfallen, während die Autos noch aus Sowjetzeiten zu stammen scheinen. Im ersten Moment fühlte ich mich etwas verloren, da die Gedenkstät...