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Movie Matinee: Paterson

Sieben Tage im Leben eines Busfahrers? Die Handlung von Paterson klingt unspektakulär, und sie ist es auch. Dennoch handelt es sich hier bei um einen der außergewöhnlichsten Filme, den ich seit langer Zeit gesehen habe. Paterson (Adam Driver) wohnt in Paterson, New Jersey, gemeinsam mit seiner Frau Laura (Golshifteh Farahani) und Bulldogge Marvin. Der gleichnamige Film folgt ihm für eine Woche, von Montag bis Montag. Jeden Morgen steht Paterson zwischen 6 und 6.30 Uhr auf, frühstückt, geht zur Arbeit, fährt Passagiere durch die Stadt. In seiner Mittagspause aber, und das ist das Besondere, setzt er sich an die Großen Wasserfälle des Passaic River und schreibt Gedichte, inspiriert von den Beobachtungen, die er im Alltag macht. Abends, wenn er nach Hause kommt, hört er Lauras Ideen zu, die die ganze Wohnung in schwarz und weiß dekoriert und davon träumt, wahlweise einen erfolgreichen Cupcake-Laden zu eröffnen oder eine berühmte Country-Sängerin zu werden. Abends, wenn er mit Marvin Gas...

Movie Night: Spuren

"Die einzig wahre Art, Australien zu erfahren, ist auf dem Rücken eines Kamels", sagte mal ein älterer Herr zu mir, als ich in Australien war. Diese Worte könnten auch der Leitspruch von Robyn Davidson sein, die, nur von Hund und Kamelen begleitet, von Alice Springs zum Indischen Ozean wanderte. Der Film Spuren (im Original Tracks) erzählt Davidsons Geschichte. Er beginnt mit Robyns Ankunft in Alice, wo sie vorübergehend einem Pub arbeitet. Mehr als ein paar Monate hält die junge Frau es dort aber nicht aus, denn sie hat einen Plan: Sie will - inspiriert von ihrem Vater, der durch die Kalahari wanderte - vom Red Centre zur westaustralischen Küste laufen, rund 3000 Kilometer durch die Wüste. Die Erkundung der Mitte Australiens hat zahlreiche Entdecker das Leben gekostet. Da das Klima auch für Pferde zu viel war, führten Siedler irgendwann Kamele nach Australien ein, um die Gegend erforschen zu können, die sich allerdings schnell zur Plage ausweiteten. Auch Robyn will die Kame...

Movie Matinee: El Olivo - Der Olivenbaum

Bevor El Olivo am Donnerstag offiziell im Kino anläuft, fand am Sonntag im Cinema Arthouse schon einmal die Vorpremiere statt - Olivenölverkostung inklusive. Dabei ging es jedoch nicht nur um den Geschmack der verschiedenen Öle, sondern auch um das Dilemma der Ölhersteller. Da Olivenöl eher als Brathilfe denn als Genussmittel verstanden werde, erwarte der Kunde Preise wie beim Sonnenblumen- oder Rapsöl. Da die Herstellung von gutem Olivenöl sich allerdings nicht mechanisieren lässt und zu über 90 Prozent aus Handarbeit besteht, hat dieses seinen Preis - den viele nicht gewillt sind zu zahlen. In El Olivo von Icíar Bollaín geht es zwar nicht um die Ölproduktion, aber auch hier steht die enge Verbindung von Mensch und Natur im Mittelpunkt. Es ist ein 2000 Jahre alter Olivenbaum, der der ganze Stolz von Ramón (Manuel Cucala) ist. Auch seine Enkelin Alma (Anna Castillo) verbindet viele schöne Kindheitserinnerungen mit dem Baum und der gemeinsamen Zeit mit dem Großvater - bis ihr Vater und...

Movie Night: The Harvey Girls

Als einer der besseren Filme in Judy Garlands Filmographie gilt The Harvey Girls von 1946. Die Harvey Girls waren die Kellnerinnen in den Restaurants der Fred Harvey Company, der ersten Restaurantkette in den USA. Die Harvey-Filialen befanden sich entlang der Bahnlinien Richtung Kalifornien und die durch und durch sauberen Harvey Girls sollen dabei geholfen haben, den wilden Westen zu zivilisieren. The Harvey Girls, das auf dem gleichnamigen Roman von Samuel Hopkins Adams basiert, sieht sich selbst als Denkmal an diese "Pionierinnen". Aber das ist MGM und die prüden Vierziger, ganz so wild ist der wilden Westen der Harvey Girls also nicht. Es gibt zwar einen Saloon, das Alhambra, aber die Zensurbehörde hatte ihr Auge darauf, dass die Can-Can-Tänzerinnen nicht zu viel Bein zeigen. Es bleibt also im Wesentlichen bei ungewaschenen, Bier trinkenden und Karten spielenden Cowboys. Inhaber des besagten Saloons in Sandrock, Arizona ist Ned Trent (John Hodiak). Für seinen Kumpel H.H....

Movie Night: Bauernopfer - Spiel der Könige

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Sportfilme sind ja ein fester Bestandteil des amerikanischen Kinos, doch während Baseball und Football wahrscheinlich unzählige Streifen inspiriert haben, wurde Schach meines Wissens bisher eher selten filmisch aufgegriffen. Eine Ausnahme ist Pawn Sacrifice von Edward Zwick, oder Bauernopfer - Spiel der Könige wie er in Deutschland heißt (warum haben deutsche Namen eigentlich so oft so unnötige Untertitel?). Darin widmet sich Drehbuchautor Steven Knight dem Leben von Bobby Fisher, der für viele als der beste Schachspieler aller Zeiten gilt, aber als Mensch eine äußerst streibare Person war (um es mal vorsichtig auszudrücken). Fisher (Tobey Maguire) wächst in den 1940er- und 50er-Jahren in Brooklyn auf. Seine Mutter Regina (Robin Weigert) hat lange in Moskau gelebt und ist eine eingefleischte Kommunistin. Eines Tages bringt sie Bobby zum Profi-Schachspieler Carmine Nigro (Conrad Pla), da der Junge vom Spiel der Könige nahezu besessen ist. Nigro erkennt Bobbys Talent und fördert ...

Movie Night: Spotlight

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Heute bin ich ausnahmsweise aktuell, denn wie ihr sicher mitbekommen habt, ist Spotlight bei der diesjährigen Oscar-Verleihung gestern als bester Film ausgezeichnet worden. Darin erzählt Regisseur und Co-Autor Tom McCarthy, wie der Boston Globe 2001 und 2002 den großflächigen, sexuellen Missbrauch von Kindern in der katholischen Kirche in Boston aufdeckte. Dass der Globe das Thema überhaupt genauer beleuchtete, ging auf den damaligen Chefredakteur Marty Baron (Liev Schreiber) zurück, der gerade aus Miami nach Boston gewechselt war. Baron setzt "Spotlight", die Investigativ-Einheit der Zeitung, auf das Thema an, zu der der Chef Walter "Robby" Robertson (Michael Keaton), Mike Rezendes (Mark Ruffalo), Sacha Pfeiffer (Rachel McAdams) und Matt Carroll (Brian D'Arcy James) gehören. Ebenfalls miteinbezogen ist Redakteur Ben Bradlee, Jr. (John Slattery), Sohn des legendären Washington-Post-Chefredakteurs. Zunächst gehen die Journalisten davon aus, dass nur ein P...

Movie Night: Hail, Caesar!

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Nach dem Abstecher in das Frühwerk der Coen-Brüder war es jetzt Zeit für ihren neuen Film Hail, Caesar! , eine Satire auf das Hollywood-Kino der 50er-Jahre (und daher quasi wie für mich gemacht). Im Zentrum der Geschichte steht der auf einer realen Person basierende Eddie Mannix (Josh Brolin), der "Problemlöser" von Capitol Pictures. Wann immer einer der Stars des Studios etwas anstellt - Pin-Up Fotos, Saufgelage, ungewollte Schwangerschaft - ist Mannix da, um das Problem zu lösen, oder besser gesagt zu vertuschen, damit die Klatschpresse nichts davon erzählt. Bei der Produktion eines Monumentalfilms, der ebenfalls "Hail, Caesar!" heißt, kommt es jedoch zu einem Zwischenfall, der Mannix vor eine besondere Herausfoderung stellt: Der Star Baird Whitlock (George Clooney) wird von einer ominösen Gruppe namens "The Future" entführt. Die Entführung ist jedoch nur ein Teil dieses Kaleidoskops über die letzten Glanzjahre des Studiosystems. So muss Mannix s...

Movie Night: Miller's Crossing

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Die zweite Staffel von Fargo ist zu Ende, aber Hail, Caesar! ist noch nicht angelaufen - einer guter Zeitpunkt meines Erachtens, um tiefer in das Werk der Coen-Brüder einzusteigen. Einen ihrer frühen Filme, den ich bisher noch nicht gesehen habe, ist Miller's Crossing. Er hat einen starken Einfluss auf die Fargo -Folge "Did You Do This? No, You Did It!", was meine Neugier geweckt hat - das und die Tatsache, dass er während der Prohibition spielt. Hauptfigur ist Tom Reagan (Gabriel Byrne), der für den irischen Mobster Leo O'Bannon (Albert Finney) arbeitet. Leo wird von seinem italienischen Rivalen Johnny Caspar (Jon Pulito) aufgesucht, der ihn bittet, Buchmacher Bernie Bernbaum (John Turturro) umzulegen, weil dieser seiner Ansicht nach zu sehr von Caspars manipulierten Pferderennen und Boxkämpfen profitiert. Leo weigert sich, denn er hat eine Beziehung mit Bernies Schwester Verna (Marcia Gay Harden). Auch Tom schläft mit Verna. Als Leo sich entgegen Toms Rat weite...

Movie Night: The Band Wagon

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Sein Ruf eilt The Band Wagon voraus, gilt es doch als das beste MGM-Musical neben Singin' in the Rain (und das will wahrlich was heißen!). Und warum auch nicht? Schließlich waren bei The Band Wagon jede Menge Vollprofis am Werk. So führte Vincente Minnelli ( Meet Me in St. Louis , An American in Paris ) Regie, während das Drehbuch von Adolph Green und Betty Comden ( Singin' in the Rain , On the Town , The Barkleys of Broadway ) stammt. Die Hauptrollen spielen Fred Astaire und, zum ersten Mal, Cyd Charisse, die vielen als der mysteriöse Vamp aus Singin' in the Rains "Broadway Ballet" bekannt sein dürfte. Astaire spielt hier Tony Hunter, einen einst erfolgreicher Musicaldarsteller. Da er in Hollywood nicht mehr gefragt ist, kommt er auf Einladung des Autorenpaars Lester (Oscar Levant) und Lily Marton (Nanette Fabray) nach New York. Die beiden konnten für ihr neuestes Broadway-Musical den erfolgreichen Regisseur und Schauspieler Jeffrey Cordova (Jack Buchan...

Movie Night: State of the Union

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State of the Union (einer von drei Streifen, die ich dankenswerterweise zu Weihnachten bekommen habe) ist ein Film, der wie für mich gemacht ist: Die Regie führte Frank Capra, die Hauptrollen spielen Spencer Tracy und Katharine Hepburn und die Geschichte dreht sich um das politische System Amerikas. Der Film beginnt mit Medienmogul Kay Thorndyke (Angela "Mord ist ihr Hobby" Lansbury), die das Zeitungsimperium ihres Vaters übernommen hat. Kay will ihren Liebhaber Grant Matthews (Tracy) zum republikanischen Präsidentschafts-kandidaten machen, um über diesen Umweg selbst ins Weiße Haus zu gelangen. Dabei helfen sollen ihr der republikanische Wahlkampf-Stratege Jim Conover (Adolphe Menjou) und Zeitungskolumnist Spike MacManus (Van Johnson). Das Problem ist allerdings, dass Matthews, ein self-made Flugzeugtycoon, nach wie vor verheiratet ist. Da eine außereheliche Affäre potentielle Wähler verprellen würde, soll Matthews' Frau Mary (Hepburn) ihn auf seiner Wahlkampftour ...

Movie Night: On the Town

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Es ist eine der großen Tragödien des Lebens, dass so wenig Zeit ist, um Musicals zu schauen. MGMs On the Town etwa will ich mir schon seit Ewigkeiten anschauen, schließlich handelt es sich hier um eines der bekanntesten Musicals von Gene Kelly. Aber wenn ich vor die Wahl gestellt werden, tendiere ich doch dazu, Fred Astaire den Vorzug zu geben. Wie auch immer. Kelly spielt hier den Seemann Gabey, der mit seinen Schiffskollegen Chip (Frank Sinatra) und Ozzie (Jules Munshin, der Kellner aus Easter Parade ) 24 Stunden Aufenthalt in New York hat. Chip möchte am liebsten sämtliche Sehenswürdigkeiten ansehen; er hat sogar einen Plan erstellt, der 15 Minuten für jede Attraktion vorsieht. Gabey und Ozzie hingegen interessieren sich von Anfang an eher für die Mädchen. Gabey hat es besonders Ivy Smith (Vera-Ellen) angetan, eine junge Tänzerin, die in diesem Monat zur "Miss Turnstiles" gewählt wurde - eine Art Repräsentantin für die U-Bahn und ein Posten, der weit weniger glamourös ...

Movie Night: Bridge of Spies

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Endlose Autoprobleme drücken seit Wochen auf meine Stimmung, da war es sehr schön, dass Ruffles und ich am Samstag noch Zeit hatten, für die Spätvorstellung ins Kino zu gehen. Derzeit laufen ja einige interessante Filme (an), aber der Film, den wir beide am meisten sehen wollten war Bridge of Spies von Steven Spielberg. Seit The Americans (die dreisterweise bis März Pause machen) interessiere ich mich noch einmal mehr für den Kalten Krieg, der auch hier den Rahmen der Handlung bildet. Die Geschichte beginnt 1957, als der sowjetische Spion Rudolf Abel (Mark Rylance) in Brooklyn von den Behörden festgenommen wird. Auch wenn alle Abel am liebsten sofort hängen würden, muss ihm doch vor Gericht eine ordentliche Verteidigung zugestanden werden. Die Wahl fällt auf James B. Donovan (Tom Hanks), der eigentlich Versicherungsanwalt ist, aber den Job aus seinem Glauben an die Verfassung annimmt. Allerdings ist er mit seiner gesetzestreuen Einstellung praktisch allein auf weiter Flur: Der Ric...

Movie Night: You Were Never Lovelier

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Fred und Rita, die Zweite - und leider auch schon die letzte. You Were Never Lovelier von 1942 ist ein Remake des argentinischen Musicals Los Martes, Orquídeas aus dem vorherigen Jahr, das allerdings viele Elemente beinhaltet, die man schon aus anderen Musicals kennt. Fred spielt Robert Davis, der in Buenos Aires seiner Vorliebe für Pferderennen frönt (eine Leidenschaft, der Astaire auch im wahren Leben nachging). Dummerweise verwettet er sein ganzes Geld und versucht daher, als Tänzer im Nachtclub von Eduardo Acuna (Adolphe Menjou) anzuheuern. Der ist ein Choleriker in Reinkultur, außer gegenüber seinen vier Töchtern. Gemäß einer alten Tradition müssen die Töchter in der Reihenfolge ihres Alters heiraten, zum Leidwesen der beiden jüngsten Sprösslinge. Denn während die Älteste Julia sich just vermählt hat, scheint die zweite Tochter Maria (Hayworth) überhaupt kein Interesse an Männern zu haben. Auch Robert Davis erteilt sie eine Abfuhr, der sie daraufhin mit dem Inneren eines Kühls...

Movie Night: 45 Years

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Nach der Extravaganza mit Sufjan am Samstag stand am Sonntag Kino auf dem Programm. 45 Years erwies dabei als echter Kontrast, denn der Film von Andrew Haigh ist geradezu minimalistisch. Er erzählt die Geschichte von Kate (Charlotte Rampling) und Geoff Mercer (Tom Courtenay), die seit 45 Jahre verheiratet sind. Ihren Hochzeitstag wollen die beiden groß feiern, nachdem die Party zum 40. aufgrund von Tom Bypass-Operation ins Wasser fallen musste. Eine Woche vor der geplanten Feier bekommt das Paar jedoch erneut eine Nachricht, die ihre Planung ins Wanken bringt. Schweizer Behörden haben die Leiche von Toms ehemaliger Freundin Katja gefunden, die 50 Jahre zuvor auf einer Wanderung nach Italien in eine Gletscherspalte fiel. Während Tom erneut um seine Freundin trauert, sieht sich Kate mit einem Geist aus der Vergangenheit konfrontiert. Haighs Drehbuch, das auf einer Kurzgeschichte von David Constantine beruht, folgt den beiden durch die Woche. Je mehr Kate über ihre Vorgängerin erf...

Movie Night: You'll Never Get Rich

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Es ist immer ärgerlich, wenn ein Termin platzt und das Honorar flöten geht, aber der Vorteil war, dass ich so endlich mal wieder Zeit hatte, ein Musical zu sehen, genauer gesagt, ein Fred-Astaire-Musical. You'll Never Get Rich von 1941 ist der erste von zwei Filmen, die Astaire mit Rita Hayworth gedreht hat. Für Astaire war es eine Möglichkeit, seine Karriere nach dem Ende der Partnerschaft mit Ginger Rogers wieder in Fahrt zu bringen, für die damals erst 22-jährige Hayworth war es die erste Hauptrolle. Der Plot ist, wie so oft, atemberaubend dünn und von Missverständnissen geprägt. Astaire spielt Robert Curtis, Chefchoreograph im Theater von Martin Cortland (Robert Benchley). Cortland hat reihenweise Affären mit jungen, hübschen Tänzerinnen, versucht dies aber vor seiner Frau zu verbergen, da sie die Wohlhabendere ist und das Theater auf ihren Namen läuft. Cortland jüngste Obsession ist Tänzerin Sheila Winthrop (Hayworth), der er sogleich ein Diamantarmband kauft. Die will...

Movie Night: Judgment at Nuremberg

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Weiter geht es in der Reihe "Große Gerichtsfilme", diesmal: Judgment at Nuremberg . Stanley Kramer (der auch bei Inherit the Wind Regie geführt hat) befasst sich hier mit den Nürnberger Prozessen, allerdings nicht mit den großen Verhandlungen gegen die "Top-Nazis", sondern gegen vier Richter, die mit ihren menschenverachtenden Urteilen angeordnet haben, dass die perversen Pläne der Nazis in die Tat umgesetzt wurden, darunter Todesurteile und Sterilisationsanordnungen. Der Vorsitzende Richter Dan Haywood (Spencer Tracy) muss herausfinden, inwieweit die Angeklagten für ihre Urteile verantwortlich gemacht werden können. Abseits des Gerichtssaals versucht er zu verstehen, wie es in Deutschland überhaupt dazu kommen konnte, dass der Nationalsozialismus so uneingeschränkt wütete. Das ist gar nicht so leicht, behaupten doch die Menschen, mit denen er spricht, mit alle dem nichts zu tun gehabt zu haben. Man sei nicht politisch gewesen und von der Judenvernichtung habe ...

Movie Night: Den Menschen so fern

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Sonntag hatte ich nicht nur Zeit für Harper Lee, sondern auch fürs Kino. Den Menschen so fern , oder Loin des hommes wie er im Original heißt, basiert auf einer Kurzgeschichte von Albert Camus. Regisseur David Oelhoffen nimmt in seinem Drehbuch allerdings nur die Ausgangssituation als Basis, um danach seine ganz eigene Geschichte weiterzuspinnen. Im Zentrum des Films steht Daru (Viggo Mortensen), der 1954 eine Schule im algerischen Atlasgebirge führt, abseits jeglicher Siedlungen. Mit dem ruhigen Leben ist es vorbei, als Gendarm Balducci (Vincent Martin) einen Gefangenen vorbeibringt. Mohamed (Reta Kateb) hat seinen Couin ermordet, nun soll Daru ihn nach Tinguit bringen, wo er (zum Tode) verurteilt werden soll. Daru weigert sich zunächst, lässt Mohamed jedoch bei sich übernachten und gibt ihm zu essen. Am nächsten Morgen allerdings tauchen eine Reihe Männer auf, die Blutrache an Mohamed üben wollen. Daru entscheidet sich, mit Mohamed aufzubrechen. Doch die Straße ist lang und die ...

Movie Night: Anatomy of a Murder

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Dass ich seit kurzem als Teilzeit-Gerichtsreporter aktiv bin hat auch dazu geführt, dass mein Interesse an Gerichtsfilmen (wieder) erwacht ist. Da mir To Kill a Mockingbird , 12 Angry Men und Inherit the Wind alle außerordentlich gefallen haben, war es nun Zeit für einen Film, der ebenfalls als einer der besten des Genres gilt: Otto Premingers Anatomy of a Murder von 1959. James Stewart spielt darin Paul Biegler, der kürzlich die Wiederwahl als Staatsanwalt verloren hat und seitdem am liebsten trinkt, Angeln geht und auf seinem Klaver Jazzmusik spielt. Dass ändert sich, als Biegler einen Anruf von Laura Manion (Lee Remick) erhält: Ihr Mann, Lt. Frederick Manion (Ben Gazzara), hat den Barbetreiber Barney Quill erschossen, nachdem dieser die junge Frau zuvor vergewaltigt haben soll. Nach einigem Zögern übernimmt Biegler den Fall, unterstützt von seinem väterlichen, aber alkoholkranken Freund Parnell McCarthy (Arthur O'Connell) und seiner resoluten Sekretärin Maida (Eve Arden). Da...

Movie Night: To Kill a Mockingbird

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I wasn't ready to leave Maycomb just yet , daher konnte ich es mir nicht verkneifen, mir auch die Filmversion von To Kill a Mockingbird anzusehen - zumal diese als eine der besten Literaturverfilmungen überhaupt gilt und niemand anderes als Gregory Peck Atticus Finch spielt. Ich war schon gespannt, wie die Verantwortlichen um Regisseur Robert Mulligan, Produzent Alan J. Pakula und Drehbuchautor Horton Foote das Buch umsetzen, schließlich ist TKAM kein Roman, in dem besonders viel passiert. Ausnahme ist freilich das Gerichtsverfahren um Tom Robinson (Brock Peters), dass dann auch einen Großteil des Films einnimmt. Ebenso wie im Buch wird schnell deutlich, dass die Anklage gegen Robinson überhaupt keinen Bestand haben dürfte, wo es nicht nur nichts gibt, dass auf seine Schuld hinweist, sondern die vorhandenen Beweise ihn sogar als Täter ausschließen. Alle Schauspieler zeigen bei den Gerichtsszenen eine fantastische Leistung, sei es der monströse Bob Ewell (James Anderson) o...

Movie Night: Holiday

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Wer mich kennt, weiß, dass einer meiner absoluten Lieblingsfilme The Philadelphia Story ist. Bereits zwei Jahre zuvor, 1938, erschien jedoch Holiday , der so einiges mit The Philadelphia Story gemeinsam hat (wenn auch leider nicht James Stewart): Die Hauptrollen spielen Cary Grant und Katharine Hepburn, Regie führte George Cukor und der Film basiert auf einem Theaterstück von Philip Barry, das Donald Ogden Stewart für die Leinwand adaptiert hat. Bei Holiday handelt es sich jedoch nicht nur um eine Theateradaption, sondern auch um ein Remake des gleichnamigen Films von 1930, der heute allerdings nahezu vergessen ist. Interessant ist aber, dass Edward Everett Horton sowohl in der Version von 1930 als auch in der von 1938 die Rolle als Nick Potter übernahm (weil er einfach jeden Film besser macht). Eine weitere Ähnlichkeit zu The Philadelphia Story ist, dass Holiday in der amerikanischen Upper Class spielt. Zu seinem Erstaunen nämlich erfährt Johnny Case (Cary Grant), dass es sich...