Posts

Posts mit dem Label "Athen" werden angezeigt.

My Own Private Odyssey: Go Down to the Water

Bild
Am nächsten Tag hieß es also Abschied nehmen von Athen. Ich freute mich vor allem, das Hostel zu verlassen, ganz besonders nachdem ich morgens in die Küche kam und nicht eine Tasse vorfinden konnte, nicht einmal eine schmutzige. So musste ich meinen Kaffee wohl oder übel aus einer Schüssel trinken. Sehr französisch. Aber auch sonst fiel es mir nicht so schwer, mich auf den Weg zu machen. Versteht mich nicht falsch, Athen ist eine wirklich tolle Stadt, aber in den letzten beiden Tagen hatte ich mich schon ein bisschen gelangweilt (außerdem war ich ziemlich unzufrieden mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis der meisten Museen). Ich denke, drei bis vier Tage reichen aus, um das Wichtigste zu sehen. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich auch zwei Tage früher nach Thessaloniki fahren können - theoretisch zumindest. Praktisch war es so, dass am Donnerstag (als ich unter anderem auf dem Lykavittos war) Generalstreik herrschte, womit die Gewerkschaften ihre Sympathien mit den ERT-Angestellten au...

My Own Private Odyssey: The Rude Wasting of Old Time

Bild
Mein letzter Tag in Athen in war so ereignislos, dass es mir schon fast unangenehm ist, jemanden damit zu belästigen, aber der Vollständigkeit halber will trotzdem darauf eingehen. Eigentlich hatte ich ja geplant, an den Strand zu fahren, aber als ich morgens aus dem Fenster blickte war es stark bewölkt und auch nicht besonders warm. Da Strand, wie ich finde, nur Spaß macht, wenn es heiß und sonnig ist, verzichtete ich also auf meinen Ausflug nach Vougliameni. Schließlich hatte ich ja auch in Thessaloniki noch Zeit, an den Strand zu fahren. Im Hostel benutzte ich zunächst Computer Nr. 2, da man dort auch mal eine Internetseite aufrufen kann, ohne sich vorher durch 1000 Sicherheitsmeldungen klicken zu müssen. Störungen gingen eher von der Rezeptionistin, einer älteren Dame, aus: "This one's not working!", sagte sie zu mir. "It works fine", erwiderte ich verwundert. Würde ich sonst auf den Bildschirm starren und die Maus bewegen? Sie blickte ebenso verwunder...

My Own Private Odyssey: For Whom the Bell Tolls

Bild
Wer mich kennt, weiß dass ich ein absoluter Koffeinjunkie bin und dass ich es überhaupt nicht mag, wenn man mir morgens das Kaffee machen erschwert. Ihr könnt euch vorstellen, wie begeistert ich war, als ich am Morgen in die Hostelküche kam und keine Tasse finden konnte. Nicht im Regal und auch nicht unter den Bergen Geschirr, die diverse Besucher auf der Ablage gestapelt hatten. Der gemeine Hostelbewohner trocknet ja ohnehin nur äußerst ungern ab; aber in diesem Fall ermutigte ihn das Hostel auch nicht gerade, da es nur ein Geschirrhandtuch gab, das dort bereits seit Tagen herumlag und auch so aussah. Im Aufenthaltsraum fand ich schließlich doch noch eine Tasse, die ich allerdings erst abwaschen musste, bevor ich endlich meinen Kaffee trinken konnte. Für meinen vorletzten Tag in Athen hatte ich mir noch einmal einen Hügel vorgenommen, und zwar den höchsten der Stadt: Lykavittos. Dazu fuhr ich erst mit der Metro zum Syntagma-Platz und wanderte dann durch das Kolonaki-Viertel auf ...

My Own Private Odyssey: There Is a Storm Brewing

Bild
Für den Mittwoch hatte ich mir eins vorgenommen: Kultur, Kultur, Kultur. Als erstes stand das Archäologiemuseum auf dem Programm. Es lag in entgegengesetzter Richtung zur U-Bahn-Station, sodass ich nun die andere Hälfte der Straße zu sehen bekam. Ich hatte ja schon erwähnt, dass sich das Hostel in einem ziemlich üblen Viertel befand, aber während der östliche Teil der Straße einfach nur heruntergekommen war, gab es im westlichen Teil ziemlich viele Obdachlose. Ich hatte naturgemäß ein ziemlich schlechtes Gewissen, als ich an ihnen vorbeiging, wo ich doch im Urlaub war und sie nicht mal ein Zuhause hatten. Überhaupt ist die ganze Situation ziemlich desolat in Athen. Mir war klar, dass es aufgrund der Krise alles andere als rosig aussah, aber es mit eigenen Augen zu sehen war noch einmal was anderes. Es waren nicht nur die ganze baufälligen Häuser, sondern es gab einfach erschreckend viele Menschen, die obdachlos waren. Andere suchten alles zusammen, was sie irgendwie entbehren konnten...

My Own Private Odyssey: On Seeing the Parthenon Marbles

Bild
Kaum zu glauben, aber als ich am nächsten Morgen aufwachte, war ich schon fast so etwas wie erholt. Das traf sich sehr gut, denn ich hatte mir vorgenommen, zunächst Filipapou Hill zu besteigen und dann endlich das Akropolis-Museum zu besichtigen. In Athen gibt es ziemlich viele Hügel und ich hatte vor, sie alle zu "erstürmen" als Ausgleich dafür, dass die Reiseroute keine größeren Wanderungen hergab. Außerdem war der Hauch Natur ein netter Ausgleich zum Kulturprogramm und natürlich auch zur Stadt mit ihrem chaotischen Straßenverhältnissen. Now, whatever you do - don't plan a daytrip to Filipapou Hill . Entgegen meiner Erwartungen dauerte der Aufstieg von der Akropoli-Station aus nämlich nur 20 Minuten. Aus der Entfernung hatte der Hügel immer so hoch und vor allem steil ausgehen, aber aus der Nähe betrachtet stellte sich heraus, dass er weder das eine noch das andere war. Ich hatte sicher nicht mit einer Tageswanderung gerechnet, aber schon gedacht, dass es länger d...

My Own Private Odyssey: I rode past destruction in the ditches

Bild
Dass die zweite Nacht so unruhig war, was auch deshalb ungünstig, weil ich mir für diesen Tag vorgenommen hatte, die Akropolis zu besichtigen. Der Reiseführer empfahl, sie entweder früh am Morgen oder spät am Abend zu besuchen, um den Touristenmassen zu entgehen. So hoffte ich, dass relativ früh an einem Montagmorgen noch nicht so viele Menschen dort unterwegs sind und dass es vielleicht auch noch nicht so heiß sein würde. Soweit der Plan. Als ich jedoch um halb neun in die U-Bahn stieg, zeigte das Thermometer bereits eine Temperatur von 27 Grad an, und als ich eine Viertelstunde später die Promenade zum Eingang hochging, hielten dort schon unzählige Busse. Großartig. Die Akropolis - sie ist eine von den Sehenswürdigkeiten, die ich mir schon seit Ewigkeiten ansehen will. Es ist ein bisschen peinlich, aber als ich ein Kind war, war einer meiner Lieblingsfilme Alvin und die Weltenbummler . Wenn ihr ein Kind der Achtziger seid, erinnert ihr euch wahrscheinlich an diesen Film: die Ch...

My Own Private Odyssey: The Penis Mystery

Bild
Die erste Nacht im Hostel war besser als erwartet. Ich fiel nicht aus dem Bett, was aber auch daran gelegen haben mag, dass ich einen Nackenschuss hatte und mich nicht so herumwälzen konnte wie ich es normalerweise tue. Es war auch erstaunlich ruhig gewesen, da ich zu meiner Überraschung das Zimmer für mich allein hatte. Hm, wenn zwei Betten benutzt sind, aber niemand darin schläft, woran liegt das wohl? Heißt es, dass zwei Backpacker die Nacht einfach nicht in dem Bett verbracht haben, für das sie bezahlt haben, oder heißt es, dass die zwei Betten einfach nicht gemacht wurden? Ich denke, die Antwort ist eindeutig. Da es heiß und stickig war, öffnete ich erst einmal die Tür zum Balkon, wobei ist jedoch feststellen musste, dass das Viertel bei Tageslicht nicht besser aussieht, im Gegenteil: A Room with a View Danach wandte ich mich größeren Problemen zu: der Nahrungsbeschaffung. Laut Reiseführer haben die griechischen Geschäfte nämlich sonntags alle geschlossen. Ich wollte abe...